IPPNW auf der Münchener Sicherheitskonferenz MSC

Dr. med. Inga Blum ist Ärztin bei Hamburg und Co-Präsidentin der Internationalen Ärztinnen und Ärzte zur Verhütung des Atomkrieges (IPPNW) sowie  Mitglied der Internationalen Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (ICAN). 
2026 war sie vom 12.–15. Februar 2026 für den Verein „Münchner Sicherheitskonferenz verändern“ Beobachterin bei der MSC.

Hier ist ihr Bericht “Rüstung statt Regeln”


 

Der 5. Februar 2026 - ein wichtiges Datum für die internationale Sicherheit

Am 5. Februar läuft der New-START-Vertrag aus. Damit endet der letzte verbliebene verbindliche Rüstungskontrollvertrag zwischen den USA und Russland. Mit dem Auslaufen von New START können Russland und die USA zum ersten Mal seit 1972 wieder ungebremst nuklear aufrüsten – eine Eskalationsspirale mit globalen Auswirkungen droht.
Der New-START-Vertrag begrenzt seit 2011 die Zahl strategischer Atomwaffen und ihrer Trägersysteme der USA und Russlands. Er legt Obergrenzen für einsatzbereite Atomsprengköpfe sowie für Interkontinentalraketen, U-Boot-gestützte Raketen und strategische Bomber fest. Darüber hinaus enthält er wichtige Transparenz- und Verifikationsmechanismen wie Datenaustausch und gegenseitige Inspektionen. 
Mit dem Auslaufen des Vertrags entfallen diese rechtlich verbindlichen Begrenzungen. Die beiden Staaten mit den größten Atomwaffenarsenalen der Welt sind dann nicht mehr verpflichtet, Umfang und Zusammensetzung ihrer strategischen Nuklearstreitkräfte zu begrenzen oder transparent zu machen. Das erhöht das Risiko von Fehleinschätzungen, Eskalationen und neuer Aufrüstung.

Längst ist klar, dass atomare Aufrüstung zu nichts anderem führt als zu weiterer, auch atomarer Eskalation, bei welchem Gegner auch immer. Das Reden auch in Deutschland, durch “Beteiligung an einem atomaren Schutzschirm der NATO” oder gar durch eigene Atombewaffnung, gegen alle unterzeichneten Verträge (!), eine Sicherheitslücke schließen zu müssen, ist nichts anderes als die Flucht vor paranoischer Bedrohungsangst zu genau dem, was befürchtet: Immer mehr Waffen.   

Die Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen ICAN fordert Moskau und Washington daher auf, sich weiterhin an New START zu halten, bis ein neuer Vertrag in Kraft tritt.

Mehr Informationen und zur Unterstützung dieses Anliegens: hier


 

Massenvernichtungswaffen im Namen der Kirche?

Stellungnahme der IPPNW zur Friedensdenkschrift 2025
der Evangelischen Kirche in Deutschland

hier

 


 

Vor fünf Jahren, am 22. Januar 2021 trat der Atomwaffenverbotsvertrag (AVV) in Kraft.

Als völkerrechtsverbindiche Vereinbarung der UNO verbietet er die Entwicklung, Produktion, Test, Erwerb, Lagerung, Transport, Stationierung und Einsatz von Kernwaffen, ebenso die Drohung damit.
95 Staaten haben den Vertrag inzwischen unterzeichnet. Die Atommächte sind nicht dabei, auch Deutschland nicht.

Neben anderen Organisationen begleitet das Städtebündnis der Mayors for Peace, zu dem auch Bochum gehört, die Entstehung des Vertrages und wirbt für den Beitritt weiterer Staaten, auch Deutschlands. Aus Anlass des 5. Jahrestages des Inkrafttretens des AVV würdigt Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay als Vizepräsident und für Hannover als Lead City der Mayors for Peace in einer Videobotschaft die Rolle des Vertrages und betont den Auftrag, der damit für das Bündnis verbunden ist. hier

Auch wir als Bochumer Regionalgruppe der IPPNW fordern die Bundesregierung auf, dem AVV beizutreten. 

Atomwaffen gefährden unsere Sicherheit, sie dienen nicht unserer Sicherheit! 


 

Leserbrief der IPPNW Gruppen Dortmund, Bochum und Essen an die "Hausärztliche Praxis"

Die IPPNW-Gruppen Dortmund, Bochum und Essen wenden sich mit einem Leserbrief an die Zeitschrift Hausärztliche Praxis, in dem sie Bemühungen widersprechen, die Hausärztlichen Praxis für den Kriegsfall “resilienter” zu machen.  hier


 

IPPNW-Pressemitteilung vom 21.11.2025 zum 28-Punkte-Plan zum Ukrainekrieg:

Die Politik der militärischen Konfrontation muss endlich beendet werden

Die Friedensorganisation IPPNW sieht den US-Plan zur Beendigung des Ukrainekrieges als Grundlage zu Verhandlungen für einen Waffenstillstand in der Ukraine, damit das Töten, das unermessliche Leid und die Zerstörung endlich ein Ende haben. Allerdings bleibt abzuwarten, ob der einseitig diktierte Vorschlag der US-Regierung zu direkten Gesprächen zwischen den Kriegsparteien führen wird. Für eine nachhaltige tragfähige Friedenslösung ist die Beteiligung der Ukraine und Europas sowie der UN notwendig. Es braucht UN-Sicherheitsgarantien für die Ukraine, es braucht Aufarbeitung von Kriegsverbrechen und Versöhnung statt Amnestie.

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